Was unterscheidet einen Sicherheitszylinder vom Standardzylinder?
Ein einfacher Zylinder schließt auf und zu — geübte Einbrecher können ihn in Sekunden überwinden. Ein Sicherheitszylinder hat geprüfte Schutzmechanismen, die diese Angriffe wirksam erschweren oder unmöglich machen. Einen Überblick über die Qualitätsstufen Standard, Mittelklasse und Premium finden Sie auf Schließzylinder kaufen.
Was bedeutet Pickingschutz bei einem Sicherheitszylinder?
Picking — auch Lockpicking genannt — bezeichnet das lautlose, zerstörungsfreie Öffnen eines Schließzylinders mit Spezialwerkzeug, ohne den passenden Schlüssel. Dabei werden feine Werkzeuge in den Schlüsselkanal eingeführt und die inneren Stifte einzeln in die richtige Position gebracht, bis der Zylinderkern sich drehen lässt. Das Tückische daran: Es hinterlässt keine sichtbaren Spuren — die Tür bleibt unversehrt, das Schloss funktioniert weiter. Für den Eigentümer bedeutet das, dass ein Einbruch kaum nachweisbar ist, was den Versicherungsschutz gefährden kann.
Zylinder mit Pickingschutz setzen dem entgegen, indem sie zusätzliche Stiftgeometrien, mehrere Abfrageebenen oder spezielle Sperrelemente im Zylinderkern verwenden, die ein systematisches Abtasten von außen unwirksam machen. VdS-zertifizierte Sicherheitszylinder müssen nachweislich gegen Pickingversuche standhalten — das Prüfinstitut testet dies unter realen Bedingungen.
Was bedeutet Ziehschutz bei einem Sicherheitszylinder?
Das Kernziehen ist eine der häufigsten Einbruchmethoden an Schließzylindern: Eine Zugschraube wird in den Zylinderkern gedreht und mit Kraft herausgezogen — der gesamte Kern reißt aus dem Schloss, die Schließnase lässt sich dann mit einfachem Werkzeug drehen. Diese Methode ist schnell, benötigt kein Spezialwissen und funktioniert an jedem ungeschützten Standardzylinder.
Zylinder mit Ziehschutz haben am inneren Ende des Kerns eine Verdickung aus gehärtetem Stahl, die größer ist als die Öffnung des Gehäuses. Dieser Überstand macht ein Herausziehen mechanisch nahezu unmöglich. Zusätzlich zerstören gehärtete Stahlstifte im Kern das Gewinde jeder angesetzten Zugschraube, bevor sie greifen kann. Bei KESO-Zylindern ist der Ziehschutz durch einen aus einem Stück gefertigten Chromnickelstahl-Kern realisiert — eine besonders widerstandsfähige Konstruktion.
Was bedeutet Aufbohrschutz bei einem Sicherheitszylinder?
Beim Aufbohren versucht ein Einbrecher, die Zuhaltungsstifte im Zylinderkern mit einem Bohrer zu zerstören, um die Schließmechanik freizulegen. Ohne Schutzmaßnahmen dauert das bei einem einfachen Zylinder nur wenige Minuten. Da die meisten Einbrecher nach spätestens fünf Minuten aufgeben, ist die Widerstandszeit entscheidend.
Zylinder mit Aufbohrschutz sind mit gehärteten Stahlstiften, Hartmetalleinlagen oder gehärteten Schutzplatten im Bereich der Zuhaltungen ausgestattet. Diese Materialien zerstören gewöhnliche Bohrerspitzen, bevor sie den Zylinderkern erreichen. Ziehschutz und Aufbohrschutz sind bei hochwertigen Zylindern oft kombiniert — da der Ziehschutzkern aus gehärtetem Stahl gleichzeitig als Bohrschutz wirkt.
Die Sicherungskarte – das Erkennungszeichen eines Sicherheitszylinders
Hochwertige Zylinder erkennen Sie an einem Detail: Jeder echte Sicherheitszylinder wird mit einer Sicherungskarte geliefert. Sie ist Ihr Eigentums- und Berechtigungsnachweis – nur wer die Karte im Original besitzt, darf beim autorisierten Fachhändler Nachschlüssel oder einen Ersatzzylinder bestellen. So behalten Sie die Kontrolle darüber, wie viele Schlüssel im Umlauf sind. Nicht verwechseln sollte man sie mit einer Codekarte: Diese enthält nur die Schlüsselnummer zum Nachbestellen – ohne Berechtigungsprüfung, sodass im Prinzip jeder mit dem Code bestellen kann. Eine Codekarte liegt meist Standardzylindern bei; die Sicherungskarte dagegen ist das Kennzeichen eines hochwertigen, patentgeschützten Sicherheitszylinders.
Sicherheitszylinder-Klassen A bis D – welche empfiehlt die Kriminalpolizei?
Wie widerstandsfähig ein Zylinder ist, regelt die Norm DIN EN 1303 mit vier Angriffswiderstandsklassen von A bis D. Vereinfacht gilt: A und B stehen für Grund- und höhere Sicherheit ohne Ziehschutz, C und D für dieselben Stufen mit zusätzlichem Ziehschutz. Die Kriminalpolizei empfiehlt mindestens Klasse B, bei erhöhtem Schutzbedarf Klasse C oder D. Ergänzend gibt ein VdS-Zertifikat Sicherheit – es bestätigt, dass der Zylinder Picking, Ziehen und Aufbohren unter realen Prüfbedingungen standgehalten hat; auch viele Versicherer empfehlen es.
Die unterschiedlichen Modelle – von Standard über Mittelklasse bis Premium ( VdS-Modelle) – können Sie am besten direkt in unserem Fachgeschäft in Hamburg-Altona vergleichen.
Externe Quelle: Polizei Hamburg – Kriminalpolizeiliche Beratung →