Tresor kaufen – welcher ist der richtige?
Wer erstmals einen Tresor kauft, steht schnell vor einer Frage, die sich nicht am Regal entscheiden lässt: Was will ich schützen – und gegen welche Gefahr? Ein Tresor, der einem Einbruch widersteht, ist nicht automatisch feuerbeständig. Ein reiner Brandschutztresor hält einem Einbrecher mit Werkzeug in der Regel nicht lange stand. Wer beides braucht, benötigt ein zertifiziertes Kombimodell.
Dazu kommt die Frage der Versicherung. Viele Hausrat- und Geschäftsversicherungen erkennen nur Tresore mit bestimmten Zertifizierungen an und schreiben den Widerstandsgrad vor, der zur versicherten Summe passt. Wer einen Tresor kauft, ohne vorher die Versicherungspolice zu prüfen, riskiert im Schadensfall eine Ablehnung. Dieser Schritt kostet fünf Minuten und schützt vor teuren Überraschungen.
In unserem Fachgeschäft in Hamburg-Altona beraten wir Sie ohne Termin. Wir führen Tresore der gängigen Kategorien, erklären den Unterschied zwischen den Normen und helfen Ihnen, das Modell zu finden, das zu Ihrem Schutzbedarf und Ihrer Versicherung passt.
Schlossarten bei einem Tresor – Schlüssel, Zahlenschloss oder Fingerprint?
Unabhängig von der Sicherheitsklasse lässt sich bei den meisten Tresoren zwischen verschiedenen Schlossarten wählen. Die Wahl hat keinen Einfluss auf den Widerstandsgrad oder die Versicherungssumme – wohl aber auf die Alltagstauglichkeit. Es gibt drei Hauptarten:
1. Schlüsselschloss (Doppelbartschloss): Die klassische Variante ohne Batterien und ohne Elektronik – kein Strom, kein Code, kein Ausfall. Zwei Schlüssel sind im Lieferumfang enthalten. Nachteil: Der Schlüssel kann verloren gehen oder gestohlen werden, und Einbrecher suchen gezielt danach. Er darf keinesfalls im selben Raum wie der Tresor aufbewahrt werden. Der Tresorschlüssel ist je nach Modell bis zu 17 cm lang und damit wenig alltagstauglich als Schlüsselbund-Anhänger.
2. Elektronisches Zahlenschloss: Öffnung per frei wählbarem Zahlencode – kein Schlüssel, kein Verlustrisiko. Der Code lässt sich jederzeit ändern, mehrere Personen können eigene Codes erhalten. Die Batterie hält je nach Modell 2 bis 4 Jahre.
3. Elektronisches Zahlenschloss mit Fingerprint: Der Fingerprint ist eine Erweiterung des elektronischen Zahlenschlosses – keine eigenständige dritte Schlossart, sondern eine Kombination. Das Prinzip ist dasselbe wie beim Smartphone: Der Finger öffnet den Tresor schnell und ohne Code. Wird der Fingerabdruck einmal nicht erkannt – etwa durch Schmutz, Verletzung oder nasse Hände – lässt sich der Tresor trotzdem per Zahlencode öffnen. Mehrere Fingerabdrücke verschiedener Personen lassen sich speichern, und der gespeicherte Fingerabdruck bleibt auch nach einem Batteriewechsel erhalten.
Bei günstigen Tresoren – typischerweise einwandige Möbeltresore – sitzt die Batterie innen. Wird sie leer und man hat den Wechsel versäumt, kommt man ohne Notschlüssel nicht mehr rein. Deshalb liegen bei diesen Modellen zwei Notschlüssel bei – sie müssen unbedingt außerhalb des Tresors aufbewahrt werden. Bei hochwertigen Tresoren sitzt die Batterie außen, meist unter der Tastatur; der Wechsel geht damit jederzeit ohne Öffnen, der Code bleibt erhalten. Bei einzelnen hochwertigen Modellen mit innenliegender Batterie ist eine Notbestromung von außen möglich: Ein 9-Volt-Block wird kurz an die Kontakte unter dem Schloss gehalten – das reicht, um zu öffnen und danach die Batterie zu wechseln.
Wertschutzschrank – Einbruchschutz nach EN 1143-1
Ein Wertschutzschrank ist der klassische Tresor für Bargeld, Schmuck, Dokumente und andere Wertsachen. Er wird nach der europäischen Norm EN 1143-1 geprüft: Das unabhängige Prüfinstitut – VdS in Köln oder ECB-S in Frankfurt – versucht, den Schrank mit echtem Werkzeug aufzubrechen. Besteht er den Test, erhält er ein Zertifikat. Die Zertifizierungsplakette sitzt auf der Türinnenseite und ist das entscheidende Dokument für Ihre Versicherung.
Die Norm kennt mehrere Widerstandsgrade. Jeder Grad definiert, wie lange der Schrank einem Angriff standhält und welche Versicherungssummen damit abgedeckt werden können. Die folgenden Richtwerte sind unverbindlich – die genauen Werte hängen von Ihrer Versicherungspolice ab:
- Grad 0 / VdS N: privat bis ca. 40.000 Euro, gewerblich bis ca. 10.000 Euro
- Grad 1 / VdS I: privat bis ca. 65.000 Euro, gewerblich bis ca. 20.000 Euro
- Grad 2 / VdS II: privat bis ca. 100.000 Euro, gewerblich bis ca. 50.000 Euro
- Grad 3 / VdS III: privat bis ca. 200.000 Euro, gewerblich bis ca. 100.000 Euro
Die Verankerungspflicht gilt ab einem bestimmten Gewicht: Bei privater Nutzung müssen Tresore unter 200 kg fachgerecht im Boden oder in der Wand verankert werden, bei gewerblicher Nutzung liegt die Grenze bei unter 300 kg. Ohne fachgerechte Verankerung kann die Versicherung die Leistung kürzen oder ablehnen. Verankerungsmaterial liegt bei den meisten Modellen bei. Eigenständige Zusatzbohrungen am Tresorkorpus sind nicht erlaubt – sie zerstören die Zertifizierung. Wer den Tresor zusätzlich an eine zertifizierte Einbruchmeldeanlage (EMA) anschließt, kann die versicherte Summe bei vielen Versicherungen verdoppeln.
Brandschutztresor – Schutz vor Feuer, Rauch und Löschwasser
Ein Brandschutztresor schützt Dokumente und Datenträger, wenn das Gebäude brennt. Er wird separat von der Einbruchsicherheit geprüft und zertifiziert – die Feuerschutzklasse steht auf einer eigenen Plakette auf der Türinnenseite. Ein reiner Brandschutztresor ohne Zusatzzertifizierung bietet keinen Einbruchschutz.
Für Papier gilt: Es darf sich im Inneren nicht über 170 Grad Celsius erwärmen. Für digitale Datenträger wie USB-Sticks, Festplatten, CDs oder DVDs ist die Grenze wesentlich strenger – bereits ab 50 Grad Celsius können Daten verloren gehen. Die wichtigsten Klassen im Überblick:
- LFS 30 P (EN 15659): 30 Minuten Schutz für Papier bei bis zu 840 °C Außentemperatur
- LFS 60 P (EN 15659): 60 Minuten Schutz für Papier bei bis zu 940 °C Außentemperatur
- S 60 P / S 120 P (EN 1047-1): 60 bzw. 120 Minuten für Papier, inkl. Sturztest aus 9 Metern – höherer Standard
- S 60 DIS / S 120 DIS (EN 1047-1): 60 bzw. 120 Minuten für digitale Datenträger – max. 50 °C Innentemperatur
Das „P" steht für Paper (Papier), „DIS" für digitale Datenträger. Ein LFS-Tresor reicht für USB-Sticks oder Festplatten nicht aus. Wer Datenträger schützen möchte, braucht zwingend eine DIS-Klasse nach EN 1047-1 – das ist der anspruchsvollere Standard, der auch einen Sturztest beinhaltet.
Tresor mit Einbruch- und Brandschutz
Man muss sich nicht zwischen Einbruchschutz und Brandschutz entscheiden. Es gibt Tresore, die beide Zertifizierungen tragen – sowohl nach EN 1143-1 (Einbruch) als auch nach EN 1047-1 oder EN 15659 (Feuer). Diese Modelle werden im Fachhandel als Duplexschränke bezeichnet und haben zwei Plaketten auf der Türinnenseite. Ein Beispiel: Ein Tresor mit Widerstandsgrad I und Feuerschutz S 120 P schützt Dokumente 120 Minuten vor Feuer und ist gleichzeitig privat bis ca. 65.000 Euro versicherbar. Kombimodelle sind teurer als reine Einzel-Tresore – für viele Privat- und Gewerbekunden aber die sinnvollste Lösung.
Möbeltresor – von günstig bis zertifiziert
Möbeltresore sind kompakter und leichter als Wertschutzschränke und für den Einbau in Möbel oder den freistehenden Einsatz im Wohn- oder Bürobereich konzipiert. In diesem Bereich gibt es drei klar unterschiedliche Kategorien, die man kennen sollte.
Nicht zertifizierte Möbeltresore. Die einfachste und günstigste Kategorie: Diese Modelle tragen keine Prüfplakette und kein Zertifikat eines unabhängigen Instituts. Typisch ist ein einwandiger Stahlkorpus mit Zahlenschloss oder Schlüssel. Eine Versicherung ist mit diesen Modellen nicht möglich, da kein nachprüfbarer Widerstand besteht. Trotzdem sind sie besser als gar kein Schutz – für alles, was versicherbar sein soll, reichen sie aber nicht aus.
Zertifizierte Möbeltresore nach EN 14450 – Stufe S1 und S2. Diese Modelle wurden von einem unabhängigen Prüfinstitut getestet und zertifiziert. Die Norm EN 14450 kennt zwei Stufen:
- Sicherheitsstufe S1 – einwandig: Stahlkorpus einwandig, Tür doppelwandig. Grundschutz gegen schnellen Zugriff. Versicherbar privat bis ca. 5.000 Euro.
- Sicherheitsstufe S2 – doppelwandig: Korpus und Tür doppelwandig. Deutlich höherer Einbruchschutz. Versicherbar privat bis ca. 20.000 bis 30.000 Euro – je nach Police. Für gewerbliche Nutzung nur bedingt geeignet (oft ca. 2.500 Euro).
Möbeltresore führen wir bei Siego in verschiedenen Preisklassen und Größen – von klein (passt in Nachttisch oder Kleiderschrank) bis groß (DIN-A4-Ordner passt hinein). Innenliegende Scharniere verhindern das Aushebeln der Tür.
Einwurftresor und Schlüsselsafe
Ein Einwurftresor – auch Deposittresor genannt – ermöglicht das Einwerfen von Bargeld, Geldbomben oder Schlüsseln, ohne den Tresor zu öffnen. Der eingeworfene Inhalt fällt in den gesicherten Innenraum und kann von außen nicht mehr entnommen werden. Einwurftresore werden hauptsächlich von Einzelhandel, Gastronomie, Tankstellen und anderen Gewerbebetrieben eingesetzt. Bei uns können Sie Einwurftresore in unterschiedlichen Größen und Ausführungen erhalten.
Schlüsselsafes und ABUS KeyGarages führen wir in großer Auswahl direkt vor Ort – von Markenherstellern wie ABUS bis zu günstigen No-Name-Produkten in vergleichbar guter Qualität. So können Sie die unterschiedlichen Modelle direkt vergleichen, für Privatkunden, Ferienwohnungsvermieter und Pflegedienste. Kommen Sie in unser Fachgeschäft in Hamburg-Altona, wir beraten Sie gern und ohne Termin.
Weiterführende Informationen
Weiterführende Information zur Einbruchsicherheit bietet die polizeiliche Beratungsstelle k-einbruch.de.